Versorgung, Nachfrage und Wirtschaftlichkeit

Der so genannte „Railbelt“ Alaskas, der sich von Fairbanks über Anchorage bis zur Kenai-Halbinsel erstreckt, verbraucht 80 Prozent der Elektrizität des Bundesstaates. Etwa 70 Prozent der Elektrizität wird aus Erdgas gewonnen, das fast ausschließlich im Cook Inlet gefördert wird. Seit 1958 wurden in dieser Region 7,8 Billionen Kubikfuß Erdgas und 1,3 Milliarden Barrel Öl gefördert.

Die Bevölkerungszahl des Railbelt ist seit 1970 um 170 Prozent gewachsen, während sich im gleichen Zeitraum die bekannten Gasreserven des Cook Inlet um 80 Prozent verringert haben. Dies hat zur Folge, dass die gegenwärtigen Gasreserven nur noch die Hälfte des Bedarfs bis 2017 decken können; es entsteht eine Versorgungslücke von 50 Milliarden Kubikfuß.

Allerdings ist in dieser Rechnung die kürzlich (Herbst 2011) gemachte Entdeckung eines bis zu 8,9-Billionen-Kubikfuß-Feldes im Cook Inlet durch Cornucopia (Anmerkung: US- Partner der Energy Capital Invest) noch nicht mit einbezogen. Experten gehen davon aus, dass schon Ende 2013 in diesem neuen Fördergebebiet im Cook Inlet produziert werden kann. So könnte sich dieses neue Fördergebiet als entscheidender Faktor für die nachhaltige Energieversorgung der gesamten Region erweisen.

Weiterhin ist davon auszugehen, dass ein Ausbau der Förderung von Erdgas teurer als in der Vergangenheit sein wird, da leicht zugängliche Vorkommen bereits größtenteils gefördert wurden. Eine von Cook-Inlet-Versorgungsunternehmen in Auftrag gegebene Untersuchung, schätzt die Explorationskosten für Erdgas in den Jahren 2010 bis 2020 auf das bis zu dreifache der Förderkosten der Jahre 2001 bis 2009.

Ein weiterer Aspekt im Zusammenhang mit der zurückgehenden Förderung ist die schwindende Fähigkeit, auf große Nachfrageschwankungen zu reagieren. In der Vergangenheit konnten Erdgasproduzenten bei stark ansteigender Nachfrage größere Mengen Erdgas fördern. Reduzierte Fördermengen führen dazu, dass Nachfrageschwankungen durch Lagerkapazitäten ausgeglichen werden müssen – und gegenwärtig gibt es diese im Cook Inlet nicht.

Dieses Problem soll zum Teil durch eine USD 180 Millionen teure Erdgasspeicheranlage gelöst werden, die sich derzeit auf der Kenai-Halbinsel im Bau befindet. Ist die Nachfrage in einem bestimmten Zeitraum eher gering, wird der Überschuss in eine Lagerstätte gepumpt; ist die Nachfrage besonders hoch, wird der Bedarf sowohl aus neuer Förderung als auch durch Ausschöpfen der Lagerkapazität gedeckt.

 

Export von Flüssigerdgas (LNG)

Neben der Gewinnung von Wärme und Strom wird ein Großteil des im Cook Inlet geförderten Erdgases für industrielle Anwendungen wie die Düngemittelherstellung und die Einbringung in Ölfelder zur Verbesserung der Ölförderung verbraucht.

Seit 1971 wurde rund ein Drittel des im Cook Inlet geförderten Gases nach Japan exportiert; vor allem in Form von Flüssigerdgas (LNG). Die Exporte sind seit 2008 dramatisch zurückgegangen und die Cook Inlet Flüssiggasanlage sollte planmäßig Ende 2011 geschlossen werden. Neue Lieferverträge führten dann jedoch zum Weiterbetrieb der Anlage, vor allem, weil aufgrund neuer Funde erwartet wird, dass die Exporte wieder anziehen werden.