Für den Erdgaspreis hat sich bis heute kein einheitlicher Weltmarkt-Standard entwickelt, jedoch gibt es seit mehr als 40 Jahren eine Koppelung des Erdgaspreises an den Erdölpreis. Dies bedeutet: Steigt der Erdölpreis, so steigt mit etwas leichter Verzögerung auch der Erdgaspreis. Eine enge Koppelung gibt es jedoch nur für die OECD-Länder, Europa und Asien/Pazifik. In den USA richtet sich der Preis oftmals regional am Spotmarkt aus.

Mit rund USD 11 pro eintausend Kubikfuß erreichte Erdgas Mitte 2008 in den USA dabei einen Höchststand. Bis Mitte des Jahres 1999 lag der Preis bei etwa USD 2.

Ein wichtiger Indikator zur Ermittlung der Preisentwicklungen bei Erdgas ist der Henry-Hub-Index. Er ist mit dem Referenzwert für Erdöl, dem West Texas Intermediate (WTI) vergleichbar. Auch die Erdgaspreise folgen der wirtschaftlichen Entwicklung. Anfang 2012 lag der Preis bei rund USD 2 pro mcf Erdgas.

Mit rund 600 Milliarden Kubikmeter Erdgas in 2011 sind die USA auch hier der weltweit größte Verbraucher. Laut einer EIA-Studie wird der Bedarf von Erdgas in den USA in den kommenden 20 Jahren noch um etwa die Hälfte auf über 1.000 Milliarden Kubikmeter steigen.

Die USA bleiben somit noch einen längeren Zeitraum der größte Verbraucher weltweit, denn Erdgas kommt nicht nur in Privathaushalten und in der Industrie zum Einsatz, es wird vor allem zur Stromgewinnung gebraucht.

Die Netto-Weltförderung von Erdgas einschließlich Erdölgas betrug im Jahr 2011 rund 3.000 Milliarden Kubikmeter. Hauptförderländer waren die USA mit rund 20 Prozent sowie Russland mit rund 18 Prozent.

Vielfach unbekannt ist, dass die USA nicht nur einer der weltweiten Hauptverbraucher von Erdgas sind, sondern auch zu den Hauptförderländern in der Welt zählen und über eigene gigantische Erdgasvorkommen verfügen.

Die Vorkommen in den USA konnten bislang einen Großteil des eigenen Bedarfs abdecken. Das machte sie in der Vergangenheit weitgehend unabhängig von Importen aus Drittländern.

Betrachtet man einmal die Verteilung fossiler Brennstoffe, die heute den wesentlichen Teil des weltweiten Verbrauchs ausmachen, so wird es aller Voraussicht nach eine Verschiebung zugunsten von Erdgas geben.

Dessen Anteil wird sich in den kommenden Jahren im internationalen Rohstoffmix immer weiter ausbauen, unter anderem auch, weil Erdgas als die ökologischste Alternative aller fossilen Brennstoffe gilt.

Die Entwicklungen zeigen, dass die USA verstärkt eigene Quellen erschließen müssen, wenn sie eine erhöhte Abhängigkeit vom Ausland vermeiden wollen. Dies gilt aber vor allem auch, weil das Land noch über einen längeren Zeitraum der größte Verbraucher weltweit sein wird.

Die IEA geht davon aus, das Erdgas unbestritten bei der Energieversorgung der Welt bis 2035 eine wesentliche Rolle spielen wird. Dabei wird Erdgas der einzige fossile Brennstoff sein, für den die Nachfrage in allen sich auftretenden Ereignissen in 2035 höher sein wird als noch in 2011. Darüber hinaus werden bis im Jahr 2035 insgesamt 4,5 Billionen Kubikmeter nachgefragt. Das sind rund 40 Prozent mehr als noch im Jahr 2010, was ein durchschnittliches Wachstum von ca. 1,4 Prozent pro Jahr ergibt.

Aufgrund des hohen Bedarfs – dieses im Vergleich zum Erdöl umweltfreundlichen Energieträgers – ist in Zukunft weltweit mit einer weiteren deutlichen Steigerung des Erdgaspreises zu rechnen.